Gewerkschaft der Arbeitslosen (GEWERDA)

 

1. Entwurf eines Prospektes zur Gründung

  

Eingedenk der Tatsache, dass sich alle Regierungen Deutschlands und die sie tragenden Organe der demokratischen Willensbildung, die Kirchen, die Gewerkschaften, die Arbeitgeberverbände und die Berufsverbände einig sind, wie sehr der Zustand der Arbeitslosigkeit einen arbeitswilligen Menschen aus dem gesellschaftlichen Leben ausschließt und den Nährboden für sozialen Unfrieden schafft, wird angeregt, eine Gewerkschaft der Arbeitslosen  (GdA) zu gründen.

 

Die Grundsätze der GEWERDA sollten sein:

 

        1.        Mäßigenden Einfluss auf die Gewerkschaften der Arbeithabenden auszuüben, weil eine Gewerkschaftspolitik ohne Maß die Zahl der Arbeitslosen erhöht.

 

        2.        GEWERDA ist daher die einzige Gewerkschaft, die ihre Aufgabe sui generis dann erfüllt hat, wenn sie keine Mitglieder mehr gewinnen kann.

 

        3.        GEWERDA fordert keine Mitgliedsbeiträge. Ihre Funktionäre arbeiten ehrenamtlich.

 

        4.        GEWERDA gibt sui generis das Recht auf Streik und Ausschluss auf, weil Arbeitslose nicht streiken können und bereits ausgeschlossen sind.

 

        5.        GEWERDA unterstützt aus voller Überzeugung die neue Organisation der Arbeitsämter zu Dienstleistungs-Einheiten ohne hoheitliche, innere Einstellung.

 

        6.        GEWERDA beansprucht für ihre Mitglieder, dass sie zu jedem noch akzeptablen Lohn bei jedem Betrieb – unter welcher Tarifhoheit auch immer er auch stehen mag – Arbeit annehmen dürfen. Der gesetzliche Schutz dieser Unterordnung der Tarifverträge ist erforderlich.

 

        7.        GEWERDA unterstützt Politik, die den Arbeitslosen berufliche Neuorientierung durch neue Berufsausbildung vermittelt. Das Merkmal unzumutbar wird nicht mehr angewandt. Einem Familienvater kann man alles zumuten.

 

        8.        GEWERDA fördert das Image der Lernenden, die sich intensiv um neues Können bemühen. Wer lernt gilt als nicht arbeitslos.

 

        9.        GEWERDA vermittelt ihren Rat den Regierungen und Verbänden, wenn dieser gewünscht ist.

 

      10.     GEWERDA wird, da die Innovation einer der Motoren der Konjunktur und damit der Beschäftigung ist, versäumte oder gefährdete Gelegenheiten der Innovation aufzeigen.

 

(Als Beispiele mögen heute dienen: Die durch die unsinnig hohen UMTS-Lizenzen gebremste Prosperität der Fernmeldetechnik, die Bremsung der Breitbandkabel-Technologie, die desolate Strukturpolitik in den Neuen Bundesländern und die Verkehrspolitik gegenüber der Deutschen Bahn AG.)

  

Ein Entwurf von Gustav Adolf Pourroy, München

Verteiler

München, am Freitag 27. April 2002

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