Gustav Adolf Pourroy
Montag, 11. März 2002
Süddeutsche
Zeitung
Redaktion
München
SZ
Nr. 58, Seite 4 – Ein Urteil wider den Geist des Gesetzes
Sehr
geehrte Damen und Herren
auch
diese Argumente– wenn man das Wort des Bundesverwaltungsgerichtes wiederholen
darf – sind nicht von durchschlagender
Argumentationskraft.. Es ist Zeit über die Wirkung eines Verfahrens
nachzudenken, das fortwährend Schuld vorhält, die entstanden sein mag als die
DDR in einem gleichsam wahnhaften und verlogenem Stadium war. Dass Menschen in
einem solchen Staat sich an den vorgegebenen Schienen des Sozialsystems
orientieren, ist nachvollziehbar.
Wir
Deutsche, wieder in Perfektionszwang gefangen, setzen 3000 Menschen dafür ein,
Schuld und Wissen zu verwalten und zu 200 km Akten noch mindestens 20 km hinzuzufügen. Die Registergerichte in
den Neuen Bundesländern sind hoffnungslos unterbesetzt und behindern so die
Entwicklung des Gebietes. Hinzu kommt, dass Bundesfinanzminister Eichel
Steuerfahnder braucht.
Das
STUG sollte sicherlich die eindeutig Schuldigen entlarven. Das ist geschehen.
Was passiert wirklich, wenn man in
der Familie, in der Freundschaft, im Unternehmen Schuld in Schubladen sammelt?
Solche Schubladen entwickeln eine hohe Sprengkraft und behindern den Entschluss,
nun gemeinsam zu neuen Ufern aufzubrechen. Dass die SZ nun öffentlich vermutet
oder zu wissen vorgibt, dass es im Hause Kohl Streit gegeben hat, ist eine
empfindliche Missachtung des Urteils. Dass sie das Wissen über das Leben von
Katarina Witt noch einmal an die Öffentlichkeit zieht, ist geschmacklos.
Bitte
lasst uns die Katharsis nach diesem Urteil vollziehen und endlich die Büchse
der Pandora schleunigst schließen – lassen wir aber das heraus, was die Götter
am Boden der Büchse verstecken wollten:
Die Hoffnung.
Mit
freundlichen Empfehlungen
gez Gustav Adolf Pourroy