Gustav Adolf Pourroy

Sonntag, 5.November 2000

 

Herrn

Jürgen Trittin

Bundesminister für Umwelt

Platz der Republik 1

10557 Berlin

   

Wie der heilsame Lernschock des Wortes Leitkultur  semantische Allergien auslöst und über MultiKulti-Pulverfässer

Sehr geehrter Herr Bundesminister,

Sie haben in der Diskussion im ZDF (Berlin-Mitte von Maybrit Illner) Angela Merkels Einschätzung der Kultur-Frage auf das Wort Kartoffelsuppe reduziert. Das sollte Sarkasmus zeigen, wirkte aber aus dem Mund eines Mannes, der sich als praktizierender Humanist geriert, zum einen unfair und zum anderen offenbart es hohen Informationsbedarf.

Das und der weitere Verlauf der Diskussion zeigt deutlich, mit was für Irrtümern  sich verdiente Umwelterzieher des Volkes in der Debatte zu Wort melden.

Natürlich fällt man über jemanden her, der ein verdächtiges Wort gesagt hat, das gewaltige semantische Allergien auslöst: Leiten und gar Kultur, das klingt verdächtig und lässt sich hochspielen; Schopenhauers eristische Tricks lassen grüssen. So ist es vielen ergangen und so wird es immer sein, wenn jemand einen solchen Stein ins Wasser wirft.

Es kommt doch nicht auf das Wort an, sondern auf das, was damit gemeint ist. Die soziologischen Folgen der Zuwanderung von Menschen aus fremden Sozialsystemen lösen im Sozialsystem Deutschland Reaktionen aus. Die Sozialsysteme beginnen zu kommunizieren und zu interferieren, Friktion erhebt. Das ist überall im Volk spürbar. Beruhigende Appelle –seid nett zueinander - beunruhigen eher.

Wer in solchen Situationen nur auf Brüderlichkeit  und Menschenrechte setzt, weiss nicht, wie sich Sozialkörper in solchen Situationen entfalten: Wenige spanische Ritter mit einem starken Sozialsystem unterwerfen millionenfach überlegene Indios. Die Frage ist also, welches Sozialsystem sich als stärker erweist, das der Araber, oder das der Israelis, das der Chinesen oder das der Malaien in Südostasien, das der Römer oder das der Ostgoten. Dass die Türken Berlin einnehmen, ist nicht zu befürchten, aber die Friktion durch die Abgrenzungsmassnahmen der Türken ist doch evident. Sie verhalten sich eher absondernd – nicht integrativ. Das beunruhigt. Die Hugenotten haben das anders praktiziert.

Wenn wir weiter bei dem Begriff Sozialsystem bleiben, die uns durch Jürgen Habermas und Niklas Luhmann vertrauter sind, als ein solcher Leitkultur-Begriff, so ist zu konstatieren:

 

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Zweifellos wird das deutsche Sozialsystem – auf absehbare Zeit -  für Zugewanderte dominant sein. Seine Attraktion zur Adaption richtet sich nach den sozialen Aufstiegschancen. Türkische Kinder wollen daher lieber Deutsch lernen, werden aber teilweise daran gehindert. Dem muss abgeholfen werden: Es geht nicht darum, lauter kleine Goethes oder Heines heranzuziehen, sondern ihnen eine faire Chance zu vermitteln.

 

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 Der Mensch ist ein Kleingruppenwesen: Gruppenfremde müssen sich bewähren, anpassen, als akzeptabel erweisen. Das ist ein nicht beeinflussbares Naturgesetz – wie bei den Kleingruppenwesen Löwen und Wölfen. Multi-Kulti-Politik verfolgen, heisst Pulverfässer aufstellen.

Und noch ein Wort zur Frage, ob Deutsche über Deutschlands Charakteristika sprechen sollen: Wenn man über sich selbst redet, wird man leicht lächerlich: Die besten Charakterisierungen von deutschen Eigenheiten habe ich von Briten, Franzosen und Chinesen erfahren. Wenn wir über uns selbst reden, ist es, als ob der Wolf die Schafe selbst zählt.

Die gegenwärtige Debatte in Deutschland läuft wie in Absurdistan. Der Lernschock, den das Wort Leitkultur  ausgelöst hat, ist heilsam. Das deutsche Volk hat genügend Verstand bei aller Humanität die Gefahren zu erkennen, die in einem allzu liberalen Verfahren liegen. Das Volk wird liberal, aber nicht dumm sein. Erstaunlich, dass keiner die natürliche Baby-Zuwanderung erwähnt, geschweige denn fördern will. Aber, die sind ja auch erst in 18 Jahren Wähler.

 Mit freundlichen Empfehlungen

 gez. Gustav Adolf Pourroy 

Im Minenfeld von Intrigen

In the Minefield of Intrigue

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Intrigen sind ein soziales und alltägliches Übel - wie man sich dagegen wappnet.

How to get along with Schemers, Plotters, Intriguers.

English Version in short: The Principle of Intrigue

Intrigen setzen immer einen Konflikt voraus. Mobbing ist etwas Elementares, es ist Hänseln aus Bosheit.

Klassisches Symbol für Intrige: intrigue.jpg

intrigue   minefield-intrigue    konfliktudemokratie  

Manche schlafen ruhig. bigsleep.gif

Der Philosoph Michel Montaigne gibt folgenden Rat:

montneu.gif (4328 Byte)

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